Freie Sicht auf den Zürichsee

Eine Wanderung mit zwei Seiten

Am letzten Samstag haben Zeliya und ich entschieden, dass wir gerne von Biberbrugg nach Rothenthurm wandern möchten. Also eigentlich habe ich das entschieden, da ich in Einsiedeln aufgewachsen bin und mit dem Auto, Bus und Zug beide Orte schon oft passiert habe, aber noch nie zu Fuss. Auf der Beschreibung auf wanderungen.ch wurde angegeben, dass man drei Seen sehen wird und so war auch Zeliya überzeugt.

Bahnhof Biberbrugg
Der Ausgangsort der Wanderung.

Biberbrugg

Biberbrugg ist wohl einer der kleinsten Bahnhöfe, die ich kenne aber trotzdem mit viel Verkehr. Die S-Bahn von Wädenswil, Rapperswil und Arth Goldau treffen sich hier und auch der Voralpen-Express macht hier Halt. Also eine Anreise mit den ÖV sollte somit kein Problem sein. Umso mehr, da die Wanderung genau beim Bahnhof beginnt – genauer gesagt beim Gleis 5. Dort am Bahnsteig findet man einen Wanderweg Wegweiser und das ist dann auch gleich der Start.

Tipp: Kauft euren Proviant schon vorher ein, denn in Biberbrugg wird man keine Gelegenheit dazu haben.

Es geht ein paar Meter hoch und man kommt zum nächsten Wegweiser, welcher uns Richtung „Dreiländerstein“ weisst, unser erstes Ziel. Der Weg führt parallel den Gleisen entlang in einen Wald. In diesem geht es dann Zick-Zack hoch. Es ist nicht wirklich steil und alles schön im Schatten, also sehr angenehm. Das einzige was ein bisschen stört sind die Autogeräusche der Schnellstrasse, welche noch lange zu hören sind. Nach ca. 10 Minuten kommt man zu einer breiten Strasse und es geht weiter Richtung „Dreiländerstein“. Die Strasse führt uns weiter den Berg hoch und nach weitern 10 Minuten zeigt der Wegweiser wieder Richtung Wald. Plötzlich ist man umgeben von hohen Bäumen und überall ragen Wurzeln aus dem Boden – wirklich beeindruckend! Es geht ca. 20 Minuten weiter hoch aber auch da nicht sehr steil und darum gut machbar für Anfänger und Untrainierte. Ausser dem Wald sieht man jedoch leider nicht viel, nicht entmutigen lassen, die Aussicht wird noch besser. 😉

Höhronen

Nach ca. 45 Minuten kommt man „oben“ an und man kann durch zwei Pfosten hindurch auf den Grad des Höhronen gehen. Da wird man für den Aufstieg belohnt! Nach ein paar weiteren Minuten hat man schon den ersten Ausblick auf den Zürichsee und dieser kann man ab da immer wieder bestaunen. Leider ist der Ausblick auf der anderen Seite durch die Bäume verdeckt. Der Weg auf dem Höhronen ist flach aber spannend und erstaunlich breit.

Freie Sicht auf den Zürichsee
Freie Sicht auf das Zürichsee-Gebiet

Die Sonne wird oft von den grossen Bäumen verdeckt und daher kann man den Weg auch an heissen Tagen wandern. Ich fand es gemütlich – einfach am Grad entlang zu wandern und den Blick auf den Zürichsee zu geniessen, welcher immer wieder zwischen den Bäumen ersichtlich war. Leider gibt es keine „Bänkli“ auf denen man eine kleine Pause machen könnte und darum gingen wir immer weiter Richtung „Dreiländerstein“.

Nach ca. 20 Minuten kann man zum ersten Mal einen Blick Richtung See Nr. 2 erhaschen: Den Sihlsee. Langsam wird es auch wieder steiler und plötzlich ist man auf einem schmalen Weg und es wird wieder steil, sehr steil. Die anstrengensten 10 Minuten auf dieser Wanderung.

Oben angekommen wird man jedoch wieder mit einer schönen Aussicht auf den Zürichsee belohnt und kann sich im Schutz der Bäume auf einem „Bänkli“ ausruhen. Bis

Dreiländerstein
Der Dreiländerstein: Zug, Schwyz, Zürich

zum „Dreiländerstein“ ist es auch nicht mehr weit – nur noch etwa 10 Minuten.

Der „Dreiländerstein“, wirklich beeindruckend ist er nicht aber es ist cool zu wissen, dass man soeben in 3 Kanton gleichzeitig ist!

Richtung Raten

Ab jetzt folgen wir den Wegweiser Richtung „Raten“. Der Weg wird nun wieder breiter und man begegnet auch vielen Bikern. Weiterhin hat man eine tolle Aussicht auf den

Zürichsee und manchmal sogar auch auf die andere Seite, wo man das Ziel, Rothenthurm, in der Weite bereits erblicken kann. Nach etwa 20 Minuten geht der Weg tiefer in den Wald und es ist vorbei mit der Aussicht. So wandert man ca. 1 Stunde, bis man aus dem Wald kommt, zu einem tollen Grillplatz.

Dieser ist auch per Auto erreichbar und bietet eine tolle Aussicht auf die Berge. Weiter geht es über asphaltierte Strassen und Wiesen. Es sind vermehrt Autos und Biker unterwegs – vorbei mit der stille im Wald. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Raten, ein schönes Restaurant mit Blick auf die Rigi und den Ägerisee, See Nr. 3.

Beim Restaurant hat es auch einen tollen Spielplatz für Kinder, welcher zum verweilen einlädt. Wir haben keinen Halt eingelegt, weil wir unser eigenes „Zmittag“ dabeihatten und sind ca. 15 Minuten weiter gewandert zum St. Jost. St. Jost ist eine kleine Kapelle, mit einer Feuerstelle, einem Spielplatz und einer Skihütte, welche normalerweise am Samstag und Sonntag geöffnet hat aber leider Betriebsferien hatte.
Auf einer schattigen Bank haben wir uns niedergelassen und unser „Zmittag“ gegessen. Für die letzte Stunde nach Rothenthurm wollten wir uns noch stärken.

Der Weg nach Rothenthurm – die weniger schöne Seite

Bis dahin war es eine schöne Wanderung, die uns leider nicht so toll in Erinnerung bleiben wird, weil der Weg nach Rothenthurm enttäuschend ist. Man läuft oft auf Asphaltstrassen, unter der prallen Sonne und man hat das Gefühl, dass der Weg oft improvisiert wurde.
Wie bei allem im Leben, ist jedoch auch das sicherlich Geschmackssache. Darum werde ich den Weg natürlich auch beschreiben.

Beim St. Jost geht es zuerst hinunter in einen Wald bis zum Wegweiser, wo man Richtung „Ob Tännli“ weiterwandert. Nach etwa 15 Minuten zeigt der Wegweiser zum ersten Mal Richtung Rothenthurm. Von da an geht es über eine Wiese, durch einen Bauernhof (ja, es hat einen angriffigen Hund aber bei uns war er hinter dem Haus angebunden und hat uns erst angeknurrt, als wir schon wieder auf dem Wanderweg waren.) Weiter geht es über eine Kuhweide, runter auf die Strasse und die letzten 10 Minuten der Wanderungen stehen an.

Blick auf Rothenthurm
Rothenthurm ist im Blick.

Fazit

Der erste Teil der Wanderung bis zum Raten ist eine schöne und meistens auch einfache Wanderung für die ganze Familie. Das Meiste ist im Schatten und man kann immer wieder die tolle Aussicht geniessen. Wichtig für Familien: Auf dem Grad ist der Weg nicht gesichert und teilweise geht es weit in die Tiefe, darum sollte man gut auf die Kinder aufpassen.
Der zweite Teil dieser Wanderung würden wir nicht mehr empfehlen. Es gibt die Möglichkeit, dass man auf dem Raten den Bus Richtung Ägerisee nimmt oder auf einem anderen Weg wieder zurück nach Biberbrugg wandern könnte.

s'Wichtigste: 
Dauer: ca. 4.30 Stunden / 14km (mit Pausen) 
Höhenmeter: ca. 630m 
Aussicht: Schöner Blick auf den Zürichsee.
Spezielles: Meistens flach - gut geeignet für Familien und Anfänger.
3D Visualisierung der Wanderung

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2 Comments

  1. Jürg

    Hallo aha jetzt ist das Kommentarfenster offen – oder war es schon immer und ich habs nichts gesehen ? Egal, mit eurem Blog habt ihr was Schönes begonnen – Bilder wie Auch Beschrieb sind amächelig. Gruess Jürg

    Gefällt mir

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