Tannensee

Vier Seen, viele Kühe & noch mehr Wanderer

Die Vier-Seen-Wanderung hatte ich mir schon lange einmal in den Kopf gesetzt, weil ich überall die schönen Bilder gesehen habe. Und die Bilder haben wirklich nicht zu viel versprochen!

Die Anreise

Am Dienstag war in Luzern ein Feiertag und ich konnte Ronny endlich dazu überreden diese Tageswanderung von der Melchsee-Frutt nach Engelberg (ca. 14 km) zu machen. Wir wussten nicht genau wie lange die Wanderung dauern wird, denn ich habe von 4 bis 6 Stunden alles gelesen. 🙂

Die Wanderung sollte man sich für unter der Woche aufsparen!

Also sind wir von Luzern aus mit dem Zug Richtung Sarnen gefahren und stiegen da ins Post Auto Richtung Stöckalp um. Verfehlen kann man das Post Auto definitiv nicht, und wir haben uns für einen Moment gefragt, ob wir diese Wanderung vielleicht besser für einen anderen Tag aufgehoben hätten – denn es wimmelte nur so von Wanderern. Jäno, dachten wir und stiegen dann trotzdem ins puppenvolle Post Auto. Von Luzern aus kann man die Stöckalp mit einmal Umsteigen in gut einer Stunde erreichen, also ganz einfach.

Schwingfest Melchsee-Frutt
Schwingfest Melchsee-Frutt

An der Talstation mussten wir dann nochmals ein bisschen Geduld beweisen, denn an diesem Tag fand auch gerade noch ein Schwingfest in der Melchsee-Frutt statt. 🙂

Der Melchsee

Die Wanderung beginnt direkt bei der Bergstation Melchsee-Frutt (1920 m). Am besten läuft man einfach mal hinunter zum Melchsee (der erste See auf der Wanderung). Diesen kann man, wenn man möchte umrunden oder man kann von Anfang an der Route 574 folgen und läuft so links am See vorbei. Hier, zu Beginn der Wanderung hatte es dann wirklich noch ziemlich viele andere Wanderer unterwegs.

Melchsee
Der erste See – der Melchsee

Die Strecke geht am Melchsee und der Aussichtsplattform vorbei und bei der nächsten Gabelung muss man dann links hochgehen. Direkt an der Gabelung gibt es auch einen kleinen Snackstand, wo man sich schon das erste mal ein Päuschen gönnen könnte. 🙂

Aussichtsplattform
Aussichtsplattform (Panoramalift) Melchsee-Frutt
Melchsee-Fruss
Melchsee-Frutt

Nach der Gabelung kann man dem Weg immer weiter geradeaus folgen. Die Aussicht da ist wunderschön. Man sieht vor sich grüne, endlose Wiesen, im Hintergrund die Berge und blickt man zurück, ist nach wie vor der Melchsee ersichtlich. Die Strecke ist sehr angenehm. Der Weg geht ganz leicht nach oben – es ist eher ein gemütlicher Spaziergang – wirklich wunderschön. Auf der linken Seite ragen kleine Felsen in die Höhe an welchen man immer mal wieder Kletterer sehen kann.

Ronny und ich waren letzten Winter für einen Winterspaziergang in der Melchsee-Frutt und es ist spannend, wie das ganze Landschaftsbild so anders aussieht ohne Schnee.

Alleine ist man auf der Wanderung sicherlich nie – entweder hats Wanderer oder Kühe.

Tannensee

Folgt man dem Wanderweg immer weiter geradeaus, kommt man nach einer guten Stunde zum Staudamm des Tannensees. Dieser See ist beliebt bei Fischern und einfach nur traumhaft. Wir waren fasziniert von den genialen Spiegelungen, wie auch den kleinen Inseln auf dem See. Die Wanderung führt weiter um den See herum. Die ersten Meter ist man etwas erhöht und kann sich nochmals die grünen Wiesen im Hintergrund ansehen. Am Ende des Sees gibt es einen schönen Grillplatz, welcher für eine Pause einlädt.

Tannensee
Der zweite See – der Tannensee

Die Tannalp

Nun geht es weiter zur Tannalp (1974 m). Diese erreicht man bereits nach ca. 15 Minuten. Hier gibt es eine kleine Kapelle, das Berggasthaus Tannalp und einige weitere kleine Alphütten. Übrigens, auf der ganzen Wanderung muss man sehr oft über Kuhwiesen mit vielen Kühen gehen. Diese scheinen sich die vielen Wanderer jedoch gewohnt zu sein. Man kann die Strecke von der Melchsee-Frutt bis zur Tannalp auch mit dem Fruttli-Zug machen.

Tannalp
Tannalp

Engstlenalp und Engstlensee

Nach der Tannalp geht die Wanderung auf einem idyllischen Bergwanderweg leicht abwärts zur Engstlenalp (1834 m). Auf diesem Abschnitt hatten wir relativ viel Gegenverkehr und gemütliches Wandern war es somit nicht mehr. Es kamen uns viele Wanderer aber auch sehr viele Biker entgegen. Da der Abschnitt doch relativ steil und eher schmal ist, stiessen die Biker jedoch zumindest ihre Bikes.

Hier ein Grüezi und da ein Hallo!

Abgesehen davon, dass es enorm viele Leute hatte auf diesem Teil der Wanderung, war er abwechslungsreich und unterhaltsam. Nach ca. einer Stunde erreicht man dann das Hotel Engstlenalp und kurz dahinter kommt dann noch das letzte Restaurant bevor es dann hoch zum Jochpass geht. Die Engstlenalp ist auch mit dem Auto oder dem Postauto erreichbar. Dies erklärt auch die vielen Leute auf diesem Wanderabschnitt. 🙂

Richtung Engstlenalp
Auf dem Weg zur Engstlenalp

Weiter geht die Wanderung rechts am Hotel Engstlenalp vorbei. Danach gehts nochmals kurz etwas hoch und nach ca. 20 Minuten erreicht man den dritten See der Wanderung den Engstlensee. Dieser See lädt definitiv auch zum Verweilen ein. Man kann an der einen Hälfte des Sees entlang laufen und an einigen Orten kann man auch ganz gut in den See hüpfen.

Eine Stärkung vor dem Aufstieg zum Jochpass lohnt sich!

Engstlensee
Der dritte See – der Engstlensee

Da es nach diesem See dann zum Jochpass hoch geht, dachten wir uns, wir machen unsere Mittagspause gleich hier am See. Leider haben wir rund um den Engstlensee keine offizielle Grillstelle gefunden und so mussten wir halt aufs Grillieren verzichten. 🙂

Aufstieg zum Jochpass

Nach unserer kleinen Mittagspause machten wir uns dann an den Aufstieg auf den Jochpass (2207 m). Die Wanderung geht am Ufer des Engstlensees entlang und danach im Zick-Zack den Berg hoch. Dies ist der steilste Abschnitt auf der ganzen Wanderung und man läuft direkt an der Sonne. Der Weg vom Engstlensee hoch zum Jochpass dauert wiederum etwa eine Stunde. All jene, welche lieber nicht hochlaufen möchten, können anstatt an der Gabelung links hoch zu gehen, einfach gerade aus weiterlaufen. So kommt man zur Station des Sessellifts, welcher einem bequem zum Jochpass hochbringt. Der Sessellift wird auch von Bikern rege genutzt, da direkt neben dem Wanderweg eine Downhill-Strecke in die Tiefe geht.

Jochpass und Trübsee

Sobald das Ende des Sessellifts in Erscheinung tritt, ist es nicht mehr weit bis zum Berghaus Jochpass, wo man sich nochmals stärken kann für den Abstieg nach Engelberg respektive zum Trübsee. Im Berghaus kann ich den hausgemachten Eistee sehr empfehlen. 🙂

Danach geht’s am Berghaus Jochpass vorbei weiter zum Trübsee. Der Weg geht über Alpenweiden wiederum im Zick-Zack hinunter. Um die Wanderung auch hier etwas zu kürzen, kann man auch vom Jochpass den Sessellift zum Trübsee nehmen. Auf dem Trübsee können Ruderboote gemietet werden um die Schönheit des Sees zu geniessen.

Trübsee
Der vierte See – der Trübsee

Vom Trübsee geht es kurz dem See entlang und danach kann man entweder dem Wegweiser Richtung Engelberg oder dem Richtung Untertrübsee folgen. Wir haben uns für den direkten Weg via Gerschnialp entschieden. Dieser Weg ist auch ca. 30 Minuten kürzer als der Rückweg via Untertrübsee. Bei der Gerschnialp können auch Trottinetts gemietet werden für die Abfahrt nach Engelberg.

Engelberg
Blick auf Engelberg

Die Vier-Seen-Wanderung ist auf jeden Fall ein toller Tagesausflug, welcher ich sehr empfehlen kann. Die Wanderung ist nicht all zu streng und sehr abwechslungsreich. Dank dem Fruttli-Zug und den Sesselliften kann man die Länge und die Schwierigkeit der Wanderung individuell anpassen. Wer es lieber streng mag, kann die Wanderung auch von Engelberg aus absolvieren. Mein Tipp: Nicht am Wochenende gehen, sondern einen Tag unter der Woche wählen – dann hat es viel weniger Wanderer unterwegs.

Nun viel Spass in den Bergen!

s'Wichtigschte
Dauer: reine Wanderzeit ca. 6 Stunden
Höhenmeter: 500 m
Wanderland-Route: 574
Aussicht: top!
Spezielles: Aussicht fast immer auf einen See
3D Visualisierung der Wanderung

Höhenprofil der Wanderung

Höhenprofil 4-Seen-Wanderung

8 Comments

  1. Jürg

    sehr schöne Fotos und guter Text. Hab nun gesehen wie lange wir nicht mehr in der Melchsee gewesen sind (zuletzt mit den jetzt erwachsenen Kindern) – den Panoramaturm gab es damals noch nicht. Lg Jürg

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    1. Ronny

      Danke für den Kommentar. 🙂 Ja es lohnt sich! Nur schon die flache „Wanderung“ von der Bergstation Melchsee-Frutt bis zum Tannensee lohnt sich. Der Tannensee hat mir persönlich sowieso am besten gefallen!

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    1. Ronny

      Hallo ML
      Vielen Dank für den Kommentar! Ja die Trottis müssen wir auch mal testen. 🙂 Das ist ja das schöne an der Wanderung, dass jede und jeder sie an die eigenen Fähigkeiten und Ausdauer anpassen kann. 🙂

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